Unser Cosmopolitensohn Merlin beschenkte uns unlängst mit einem Ausflug in eine europäische Großstadt. Er war der Meinung, dass wir jetzt endlich alt genug seien, ihn gelegentlich auf seinen Geschäftsreisen zu begleiten. Laut eigener Aussage nahm er diese Last auf sich, damit wir Eltern in der Lage wären, "endlich auch einmal was von der Welt sehen".
Aber dieses Mal flog er weder den Jet selbst, noch war ihm vor Ort nach Arbeit. Vielmehr fröhnte er ausgelassen dem Müßiggang und nahm sich sogar etwas Zeit, uns mit ein paar angeblichen Sehenswürdigkeiten zu konfrontieren.
Gaben wir uns eben noch dem frommem Gebet in einer beschaulichen Kapelle hin, so sahen wir uns im nächsten Moment bereits dem wilden Reiter folgen, den unser Sohn anlässlich einer Schaudarstellung für das heimische Parkpublikum miemte.
Wir hatten ja bereits geahnt, dass Merlin an jedem grösseren Hafen eine Anlegestelle aufrecht erhält, waren aber dann doch überrascht, als er uns bereits am zweiten Tag der Reise ins angeblich legendäre, lokale Nachtleben einführte.
Letztendlich war diese Unternehmung eine sehr gewinnbringende und durchaus amüsante Erfahrung für uns alte Leute. Wir danken unserem Sohn dafür, dass er uns auch jetzt, wo er ja doch längst nicht mehr auf unsere Unterstützung angewiesen ist, nicht vergisst, sondern aktiv ins Leben mit einbezieht.
16 Februar 2008
Grande tour et petite femme
Protokolliert von
[Oliver, Vater]
am
16.2.08

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