09 Dezember 2007

Tatütata

Von unserem Kind haben wir dieser Tage leider nicht sehr viel.

Als Kommandant im Löschzug der kommunalen Berufsfeuerwehr ist er speziell zur Weihnachtszeit, vor allem wegen des fahrlässigen Umgangs unserer Mitbürger mit Leuchtmitteln, ständig unterwegs.

Zwischen gebrannten Mandeln, Bratwürsten und Zuckerwatte fuhr er allein auf dem regionalen Weihnachtsmarkt am vergangenen Wochenende nicht weniger als 14 Einsätze.

05 Dezember 2007

Weihnachtsgeschäft

15 November 2007

TV-Frühbildung

"In unserer Reihe 'Horror zur Mitternacht' übertragen wir nun in deutscher Erstaustrahlung den englischen Splatterfilm 'Angriff der Mutantenmonster – Eine Symphonie des Grauens', der überaus logisch und in geradezu erlösender Art und Weise den frühen kannibalistischen Einfluss der Autorenbewegung 'Fauliger Zombie 666' in das klassische Kettensägengenre einbringt."

24 September 2007

Agrarsubventionen

Viele der von Merlin geschätzten Kindskollegen feiern in den nächsten Tagen ihren zweiten Geburtstag.

Unser Sohn ist sich indes noch nicht sicher, ob er an an allen Festivitäten fristgerecht teilnehmen können wird.

Er muss vorher kurzfristig noch 14 Doppelzentner Erntegut in die usbekische Provinz Kaschkardarjo ausliefern.

26 August 2007

Herrengedeck

Unser Sohn ist derzeit intensiv bemüht, seinen Eltern alles nachzusprechen, wohl um ihnen die Sinnlosigkeit Ihrer erzieherischen Anliegen vorzuführen. Es handelt sich hierbei um eine vor allem stilistisch interessante Technik zur Abwehr von Manipulationsversuchen, die zumeist zum Erfolg führt, bisweilen aber auch durch die Eigeninteressen des Kindes nicht konsequent bis zum Ende durchgehalten wird.

Merlin komm Zähneputzen! "domm täne puttn"
Jetzt komm endlich! "domm andich"
Sagst du mir wieder alles nach? "dida alln nag"
Du alter Papagei! "papa dei"
Magst a Brezn? "maga beden"
Magst an Obatzdn? "an opa denn"
Magst an Schnaps? "JA!"


02 Juli 2007

Soul Brother




28 Mai 2007

Mineralien und Spurenelemente

Für den Aufbau von Knochen und Zähnen, aber auch für den reibungslosen Ablauf der Muskel- und Nervenfunktionen ist, besonders im Wachstum, die Aufnahme von ausreichenden Mengen Calcium essentiell.
Erst recht im Falle des Einsatzes von wasserenthärtenden Kalkfiltern im heimischen Umfeld, sollte der gesundheitsbewusste Jungmensch jede sich aushäusig bietende Gelegenheit nutzen, den Calciumhaushalt seines heranwachsenden Körpers zu stabilisieren.

16 Mai 2007

Diskretion ist alles

"Sohn", sprach der Vater schon zum frühen Kind, "wann immer Du dem liebreizenden Geschlecht mit freudigem Verlangen gegenüber stehst, um Gottes Willen Sohn, erwähne niemals Deinen Nachnamen!"

27 April 2007

Masslosigkeiten

05 April 2007

Ice, Ice Baby

Durch höchst ausgefeilte Erziehungsmaßnahmen, hartes Durchgreifen und letztendlich unterstützt durch hinterlistige Täuschungsmanöver, ist es uns nun doch noch gelungen, die Ernährung des Sohnes von aufwendig zu besorgender Biokost komplett auf gewöhnliches Speiseeis umzustellen.

Zahlreiche Vorteile für uns Eltern liegen ganz klar auf der Hand: Die Beschaffung gestaltet sich denkbar einfach, eine Eisdiele befindet sich direkt um die Ecke, lästiges Kochen entfällt ab sofort und auch die Ausscheidungen des Kindes haben sich mengenmäßig erheblich verringert.

08 März 2007

Wer will mit uns auf Kaperfahrt fahren?

Unser Sohn ließ uns heute Vormittag fernmündlich mitteilen, dass er plane, zukünftig von einer täglichen Rasur ganz abzusehen. Aus den Medien hätte er erfahren, dass dies negative Einflüsse auf die gesundheitliche Entwicklung von Haut und Atmungsorganen haben könne. Zudem sei er zu der festen Auffassung gelangt, dass ihn ein Schnauzbart auf eine Art und Weise schmücke, wie er sie sich seit langem im Zusammenhang mit der Akquise von sozialen Kontakten im Umfeld weiblicher Kindskolleginnen wünsche.

Wir als Eltern nehmen diesen optisch schwerwiegenden Entschluss unseres Kindes gelassen auf. Wenngleich wir selbst mit der Vergänglichkeit modischer Idealvorstellungen bei Heranwachsenden bisher wenig Erfahrungen gemacht haben, so beruhigen uns doch die diesbezüglichen Erzählungen anderer, vertrauenswürdiger Aufzuchtsexperten in Funk und Fernsehen.

17 Februar 2007

Erziehungsziele

Dass unser Sohn Merlin mit einer der wichtigsten Maximen sorgenfreien Auskommens vertraut ist, zeigte er bereits unmittelbar nach seiner Geburt. Noch nicht in der Lage zu laufen oder zu sprechen und auch mit den vier Grundrechenarten gänzlich unvertraut, verstand er sich bereits darauf, seinen Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es gelang ihm in beispielloser Manier, ohne jede eigene Berufstätigkeit wohlgenährt und -gekleidet durch seine ersten Monate zu kommen. In diesem Basiskonzept bestärken wir ihn seitdem, feilen aber noch heftig an der Feinjustierung.

So muss das Kind lernen, dass das Leben auf Kosten anderer prinzipiell ein höchst erstrebenswertes Ziel ist, jene "Anderen" aber keinesfalls die eigenen Eltern sein dürfen. Momentan sind wir noch unzufrieden mit der diesbezüglichen Entwicklung des Sohnes im eigenen Elternhaus, sehen aber mit grosser Freude, dass sich in Fremdumgebungen bereits erste Trainingserfolge einstellen.

27 Januar 2007

Schuhkauf

Obwohl wir es ihm nun schon mehrfach deutlichst untersagt haben, wächst unser Kind unaufhörlich weiter. Offensichtlich weigert es sich, den Ernst der Lage verstehen zu wollen.
E
s wird sich jetzt nicht auf den ersten Blick erschließen, aber die dramatische Folge des steten Wachstums ist, dass wir Eltern gezwungen sind, dem Kind immer wieder neue Kleidungsstücke anzuschaffen. Diese kosten schwer verdientes Geld, das ich als Vater wesentlich lieber in Elektrogeräte investiere.
Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass sowohl die ständige Wachserei als auch diese Sache mit den Kleidergrössen absichtlich zum Zwecke wirtschaftlicher Gewinnerzielung von der Industrie erfunden und eingeführt wurden, nur um noch mehr Umsatz zu machen. Aber nicht mit mir.
So ging ich gestern mit meinem Sohn in ein Schuhgeschäft. „Winterstiefel für ihn hier!“ wies ich die Verkäuferin kurz aber klar an. „Welche Größe hat denn unser kleiner Schatz?“ war die sofortige Frage des Kommerzdrachens. Darauf hatte ich nur gewartet. „Das Kind trägt 44“ schmetterte ich ihr entgegen, „und jetzt her mit dem Sonderangebot!“. Sie gab zu bedenken, dass mein Sohn „maximal einen 22er Schuh“ bräuchte, worauf ich umgehend mit einem „jetzt vielleicht, aber was ist in 15 Jahren, hm?“ konterte. Sprachlos sah mich der entlarvte Gewinnzombie an. „Ja genau“, fuhr ich fort, „sie meinen wohl, dann kämen wir wieder hierher, um ihnen erneut unser Geld in den Rachen zu stopfen? Mit mir nicht. Das Kind trägt 44, und noch mal sag ich’s ihnen nicht!“
Noch während die Handlangerin des Umsatzgierteufels mit dem Sicherheitsdienst telefonierte, verließ ich das Schuhgeschäft. Ein Kind kann teuer werden, es muss aber nicht. Bei aller Liebe zum Nachwuchs darf es niemals so weit kommen, dass man seinen gesunden Menschenverstand völlig aufgibt.

11 Januar 2007

Hausmenschhaltung

Das freundliche Spiel mit Kraftfahrzeugmodellen mag unseren Sohn Merlin nicht so recht ausfüllen. Dem Thema Kuscheltiere oder gar Puppen gegenüber ist er nicht in der Art und Weise aufgeschlossen, wie wir als besorgte Eltern das von einem Einjährigen zu erwarten gewillt wären. Auch die Zuneigung zum gemeinen Bilderbuch bewegt sich in zu überschaubaren Dimensionen. Stattdessen frönt das Kind einer neuen Leidenschaft, bei der wir nicht so recht wissen, ob wir sie gutheißen dürfen: Merlin hält sich erwachsene Menschen in engen Pappkisten.
Zwar ist die Aufmerksamkeit, mit der er sich den Gefangenen widmet, bewundernswert und sicherlich ein Gewinn für die Förderung seiner Konzentrationsfähigkeit. Auch die Anstalten, die Opfer gelegentlich mit Butterkeksen zu füttern und lustige kleine Gegenstände zum Spielen in die Kisten zu werfen, zeugen von der gesunden Entwicklung einer Ader der Fürsorglichkeit und von der Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung.
Sorgen macht mir als alleinverdienendem Familienvater einzig das Abdriften meiner Frau in den Tatbestand der Beschaffungskriminalität. Denn um das Kind mit immer neuen Stallungen versorgen zu können, ist sie gezwungen, am laufenden Band auf Kosten der Haushaltskasse unnötige aber großformatige Dinge im Warenversandhandel zu bestellen.

01 Januar 2007

Neujahrsauskunft