Das freundliche Spiel mit Kraftfahrzeugmodellen mag unseren Sohn Merlin nicht so recht ausfüllen. Dem Thema Kuscheltiere oder gar Puppen gegenüber ist er nicht in der Art und Weise aufgeschlossen, wie wir als besorgte Eltern das von einem Einjährigen zu erwarten gewillt wären. Auch die Zuneigung zum gemeinen Bilderbuch bewegt sich in zu überschaubaren Dimensionen. Stattdessen frönt das Kind einer neuen Leidenschaft, bei der wir nicht so recht wissen, ob wir sie gutheißen dürfen: Merlin hält sich erwachsene Menschen in engen Pappkisten.
Zwar ist die Aufmerksamkeit, mit der er sich den Gefangenen widmet, bewundernswert und sicherlich ein Gewinn für die Förderung seiner Konzentrationsfähigkeit. Auch die Anstalten, die Opfer gelegentlich mit Butterkeksen zu füttern und lustige kleine Gegenstände zum Spielen in die Kisten zu werfen, zeugen von der gesunden Entwicklung einer Ader der Fürsorglichkeit und von der Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung.
Sorgen macht mir als alleinverdienendem Familienvater einzig das Abdriften meiner Frau in den Tatbestand der Beschaffungskriminalität. Denn um das Kind mit immer neuen Stallungen versorgen zu können, ist sie gezwungen, am laufenden Band auf Kosten der Haushaltskasse unnötige aber großformatige Dinge im Warenversandhandel zu bestellen.
11 Januar 2007
Hausmenschhaltung
Protokolliert von
[Oliver, Vater]
am
11.1.07

1 Kommentar:
*lach* der Junge weiß eben wo der Papa hingehört! ;)
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