TACK! TACK! TACK! RRRRUUUMMMMPSSS! Es bohrt sich der stählerne Hammer in die wuchtigen Eingeweide der dunklen Wand aus Stein. Verdammter Staub, er raubt einem noch den letzten Rest von Atem. Spröder Fels fliegt um die mehr und mehr ertaubenden Ohren, nur der eigene salzige Schweiß wäscht von Zeit zu Zeit einen der Gesteinsbrocken aus den entzündet verkniffenen Augen.
Verdammter Bergbau, verdammtes Leben, jeder Tag 12 Stunden ohne Tageslicht. Dabei zähle ich die Minuten. Nur einmal rasten, nur einmal kurz die Glieder strecken, welch süßer Gedanke. Aber es geht nicht. In diesem dunklen Tunnel muss gegraben werden, weiter und immer weiter.
Wir bohren und sprengen, wir räumen und schichten. Es ist eine verdammte Last, vom Teufel selbst erschaffen. Doch ich muss sie tragen, ich muss beständig diesen Weg der Härte und Entbehrung beschreiten. Denn ich bin der Vater. Ich habe eine Familie zu ernähren.
All die Tage, Wochen und Monate seit
der Geburt unseres Sohnes wähnte ich die treuesorgende Ehefrau derweil zuhause kochend, waschend, wischend, nähend und nicht zuletzt nährend, in frommer Genügsamkeit, dem züchtig konservativ im schlicht hellblauen Strampelgewand bekleideten Kinde ein Vorbild an Frömmigkeit.
Doch jetzt! Es durchfährt mich wie Blitz und Donner. Ich hege schlimmste Gedanken an einen schrecklichen Verdacht. Sind Gattin und Sohn vollkommen der ausschweifigen Maßlosigkeit verfallen, sich süßlich anbiedernden Seelenfängern auf den Leim gegangen? Besuchen sie schwarze Messen, treiben sie ausgelassene Spiele, sprechen sie gar unerlaubten Rauschmitteln zu?Wie sonst sollte ich mir diese Lichtbilder erklären können, die ich gestern nacht auf dem photographischen Aufnahmegerät meiner Frau entdeckten musste?

1 Kommentar:
Das Bild war genau so eine Steilvorlage für Deine erste Anmerkung wie Deine zweite Anmerkung eine Steilvorlage für einen bestimmten Kommentar meinerseits wäre ;)
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