
Es ist ein schier unglaublicher Zufall, dass Merlin ausgerechnet mit seinem Großvater mütterlicherseits einen der erfahrensten und respektiertesten Pilotenausbilder des Landes in der Familie hat, eine Kapazität, ja, eine Luftfahrtlegende. Letzterer ließ es sich nicht nehmen, extra für seinen Enkel ein völlig neues und ultraperformantes Motorsegelflugzeug zu entwerfen, zu konstruieren und zwischenzeitlich sogar einzufliegen.
Zur Erneuerung seines Flugscheins absolvierte unser Sohn zunächst einen theoretischen Teil, die so genannte Bodenübung. Hier ging es um die Auffrischung seiner Kenntnisse zu komplexen Zusammenhängen in der thermischen Strömungslehre, der Interpretation moderner Sensorik, Instrumentenflug und Rettungsstrategien nach abgebrochenen Kunstflugmanövern.
Fluglehrer Matthias bescheinigte Merlin schließlich die für die Lizenzerneuerung erforderlichen theoretischen Kenntnisse. Er gab uns allerdings zu bedenken, dass die Englischkenntnisse des Kindes, und hier insbesondere die Grammatik, dringend verbessert werden müssen wenn es bei den geplanten Langstreckenflügen nicht zu Kommunikationsschwierigkeiten mit den angelsächsischen Kontrollbehörden kommen soll.
Im Anschluss an die gelungene Theorieprüfung wurde, wie in Fliegerkreisen üblich, heftig, fröhlich und feucht gefeiert. Merlin verdankt es allein uns, seinen treusorgenden Eltern, dass er zu Zeiten wieder nach Hause gefahren wurde und nicht vollends Zeit und Raum vergaß, im Rausch der Sinne, bei Wein, Weib und Gesang.
23 April 2006
Kunstflug
Protokolliert von
[Oliver, Vater]
am
23.4.06

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