Es war einer dieser Momente, die man im Nachhinein verwünscht. Hätten wir doch das Fernsehgerät vollständig ausgeschaltet bevor wir zu Kühlschrank und Toilette gingen. Hätten wir doch das Kind sorgsam auf dem Arm mit uns getragen. Hätten wir doch auf Super-RTL umgeschaltet bevor wir uns entfernte.
Wer konnte denn aber auch ahnen, dass dieses Fußballspiel so schnell ein Ende finden würde, wer konnte sich vorstellen, dass die Nachspielzeit derart kurz ausfallen würde? Wir nicht.
Ja, wir haben unser bisher einziges Kind traumatisiert und wir sind uns dessen bewusst. Und ja, wir fühlen uns schuldig. Wenn Merlin uns dereinst in zwei Jahrzehnten hasst und uns nebst Vorwürfen Therapierechnungen vorlegt, dann werden wir nur still zu Boden sehen können und zum Sohn sprechen: „Ja, es tut uns leid. Wir fühlen uns immer noch sehr schlecht Dir gegenüber. Ja, es war falsch, Sohn, Dich im Alter von fast neun Monaten bereits mit Johannes B. Kerner zu konfrontieren. Aber was sollten wir machen? Wir waren alt, wir mussten aufs Klo.“
03 Juli 2006
Trauma Nr. 1
Protokolliert von
[Oliver, Vater]
am
3.7.06

2 Kommentare:
Neenee du. Bei Günni schläft er uns ganz komfortabel ein. Na gut, nur solange er nicht hinschaut.
Beckmann allerdings würden wir nur in Anwesenheit einer Kinderärztin riskieren wollen.
bei der Erziehungsberatung waren wir am Samstag. Hat nichts gebracht. Rein gar nichts.
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