Die Deutsche Bundesregierung hält nach wie vor an den Umzugsplänen des Bundesnachrichtendienstes von Pullach nach Berlin fest. Nach Einschätzung der Bayerischen Staatskanzlei hingegen ist die Verlegung der BND-Zentrale und maßgeblicher Teile des Bundeskriminalamts "zu teuer, überflüssig und länderfeindlich".
Ungeachtet dieser hitzigen Diskussionen schöpft unser Sohn Merlin derweil aus den Möglichkeiten, die ihm die aktuelle Standortnähe momentan noch bietet. Ohne dass wir Eltern im Vorfeld ausreichend darüber informiert worden wären, durchläuft er seit einigen Wochen die Ausbildung zum Agenten der operativen Aufklärung.
Diese bietet ihm, neben dem umfassenden mentalen Training, auch diverse physische Inhalte. Das abrupte Beherrschen spezieller Techniken aus dem Ausbildungsprogramm stellt nun uns Eltern unvermittelt vor neue, ungeahnte Herausforderungen.
So ist das Kind seit gestern in der Lage, sich völlig unauffällig fortzubewegen, indem es das feindliche Radar durch eine spezielle Kriechtechnik unterwandert. Sehen Sie, geschätzter Leser, meine Frau oder mich scheinbar alleine, aber doch besorgt hektisch oder suchend durch die Umgebung hechten, so seien Sie versichert:
Wir haben nicht inzwischen den letzten Rest unserer mentalen Stabilität eingebüsst! Nein, wir sind in diesem Fall lediglich in einer ebenfalls geheimen Mission unterwegs: Unseren Sohn, Deckname "Herr Wiesel", wieder einzufangen. Nur einigen ausgefeilten baulichen Vorkehrungen verdanken wir momentan noch, dass er uns dabei ab und zu ins Netz geht.
07 Mai 2006
Spezialagent Wiesel
Protokolliert von
[Oliver, Vater]
am
7.5.06

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